Ergänzende Diagnostik und strukturierte Einordnung in der Onkologie
Internationale wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass das Immunsystem eine zentrale Rolle bei der Kontrolle und Einordnung onkologischer Erkrankungen spielt.
Gleichzeitig bleibt im klinischen Alltag häufig unklar, wie einzelne Parameter im Gesamtzusammenhang zu bewerten sind. Neben der reinen Diagnostik gewinnt daher die strukturierte Zusammenführung relevanter Informationen zunehmend an Bedeutung.
Erweiterte Einordnung durch strukturierte Fallbetrachtung
Neben der isolierten Bestimmung einzelner diagnostischer Parameter besteht die Möglichkeit, diese in einen erweiterten Kontext einzubinden.
Hierbei werden – optional und anonymisiert – folgende Informationen zusammengeführt:
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Anamnese und klinische Ausgangssituation
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Tumorart und Tumorstadium
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Immunstatus
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Tumoraktivität im Blut
Ziel ist es, die erhobenen Daten nicht isoliert, sondern im Gesamtzusammenhang zu betrachten.
Diese strukturierte Aufbereitung kann als ergänzende, evidenzbasierte Diskussionsgrundlage für die behandelnden Ärzte dienen.
Immunstatus-Analyse (TBNK-Panel)
Im Rahmen der Immunstatus-Diagnostik erfolgt eine multiparametrische Analyse zentraler Immunzellpopulationen mittels moderner Durchflusszytometrie.
Erfasst werden unter anderem:
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CD45+ Leukozyten (Gesamtzellpopulation)
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CD3+ T-Lymphozyten
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CD19+ B-Lymphozyten
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CD3– CD56+/CD16+ NK-Zellen
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CD14+ Monozyten
Zusätzlich:
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Differenzierung funktioneller NK-Zell-Subpopulationen
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Identifikation von NKT-Zellen (CD3+ CD16/56+)
Die Auswertung erfolgt sowohl in absoluten Zellzahlen als auch in prozentualen Anteilen.
Ziel ist die strukturierte Darstellung der immunologischen Ausgangssituation als Grundlage für eine weiterführende klinische Einordnung.
Tumorzählung (zirkulierende Tumorzellen, CTC)
Die Bestimmung zirkulierender Tumorzellen ermöglicht eine ergänzende Einschätzung der Tumoraktivität im peripheren Blut.
Diese kann Hinweise liefern auf:
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persistierende Tumoraktivität
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mögliche Dissemination
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dynamische Veränderungen im Krankheitsverlauf
Im Gegensatz zur Bildgebung, die häufig eine Momentaufnahme darstellt, kann die Tumorzellaktivität im Blut zusätzliche Informationen zur aktuellen biologischen Aktivität liefern.
In Kombination mit dem Immunstatus ergibt sich eine erweiterte Grundlage zur Einordnung der individuellen Situation.
Kombination beider Parameter – klinische Relevanz
Die isolierte Betrachtung einzelner diagnostischer Parameter ist häufig nicht ausreichend.
Erst die Kombination aus:
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Immunstatus (Systemebene)
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Tumorzellaktivität (Tumorebene)
ermöglicht eine erweiterte und differenziertere Einordnung der individuellen Situation.
Während der Immunstatus die funktionelle Reaktionsfähigkeit des Immunsystems abbildet, liefert die Tumorzellaktivität Hinweise auf die aktuelle biologische Aktivität der Erkrankung.
Klinischer Hintergrund
In der täglichen Praxis zeigt sich:
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das Therapieansprechen ist individuell unterschiedlich
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tumorbiologische Faktoren allein erklären Krankheitsverläufe häufig nicht vollständig
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immunologische Faktoren spielen eine zunehmend relevante Rolle
Gerade bei nicht eindeutig erklärbaren oder unerwarteten Verläufen besteht häufig ein Bedarf an einer erweiterten Einordnung der individuellen Situation.
Ein funktionell eingeschränktes Immunsystem kann unter Umständen:
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die Effektivität bestimmter Therapien beeinflussen
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die Kontrolle residualer Tumorzellen erschweren
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die Interpretation des Krankheitsverlaufs beeinflussen
Die ergänzende Berücksichtigung immunologischer Parameter kann daher zusätzliche Hinweise für die Bewertung des Therapieverlaufs liefern.
Praktische Durchführung
Die Durchführung erfolgt über standardisierte Abnahme-Sets, die direkt an die jeweilige Einrichtung versendet werden.
Der Ablauf ist so gestaltet, dass für die Praxis kein zusätzlicher organisatorischer Aufwand entsteht.
Für die Analyse werden benötigt:
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2 ml EDTA-Blut für die Immunstatus-Analyse
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15 ml Blut für die Tumorzählung
Die Proben werden in einem spezialisierten Partnerlabor in Deutschland unter Einsatz moderner labordiagnostischer Verfahren analysiert.
Die Befundaufbereitung erfolgt strukturiert und praxisorientiert.
Optional kann ergänzend eine strukturierte Fallübermittlung (Anamnese) erfolgen, um die diagnostischen Ergebnisse in einen erweiterten klinischen Kontext einzuordnen.
Einordnung
Die dargestellten Untersuchungen stellen eine ergänzende diagnostische Maßnahme dar.
Sie ersetzen keine etablierte onkologische Diagnostik, können jedoch zur:
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differenzierteren Verlaufseinschätzung
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strukturierten Betrachtung der individuellen Situation
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ergänzenden Bewertung therapeutischer Maßnahmen
beitragen.
Insbesondere in Kombination mit weiteren klinischen Informationen kann eine erweiterte Einordnung komplexer Verläufe unterstützt werden.
Die finale medizinische Bewertung sowie die Therapieentscheidung erfolgen ausschließlich durch den behandelnden Arzt.

