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Radio-/ Strahlentherapie | # Strahlentherapie

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Behandlung von Tumoren mit Strahlen-/ Radiotherapie

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist eine der drei klassischen Säulen der Krebsbehandlung (neben Operation und Chemotherapie).
Dabei werden hochenergetische Strahlen (meist Röntgenstrahlen, seltener Elektronen oder Protonen) gezielt auf den Tumor gerichtet. Ziel ist es, die DNA der Krebszellen zu schädigen, sodass sie sich nicht mehr teilen können und absterben.

Die Behandlung erfolgt meist mehrfach in kleinen Dosen (Fraktionen), um gesundes Gewebe zu schonen.

✅ Welche Krebsarten werden behandelt?

Die Strahlentherapie kann heilend (kurativ) oder lindernd (palliativ) eingesetzt werden.
Typische Einsatzgebiete:

  • Brustkrebs (nach Operation zur Senkung des Rückfallrisikos)

  • Prostatakrebs (als Alternative zur Operation oder ergänzend)

  • Hirntumoren / Glioblastome

  • Kopf-Hals-Tumoren (z. B. Kehlkopfkrebs)

  • Lungenkrebs

  • Darmkrebs, Analkarzinom (kombiniert mit Chemo)

  • Knochenmetastasen (Schmerztherapie)

  • Leukämien/Lymphome (in speziellen Situationen)
     

✅ Nebenwirkungen

Nebenwirkungen hängen stark von der Strahlendosis, dem behandelten Körperbereich und der Dauer ab.

Frühreaktionen (während/kurz nach der Therapie):

  • Hautrötung, Reizungen (ähnlich Sonnenbrand)

  • Müdigkeit

  • Schleimhautentzündungen (z. B. im Mund/Rachen)

  • Übelkeit, Durchfall (bei Bestrahlung von Bauch/Becken)

  • Haarausfall (nur im bestrahlten Areal)

Spätfolgen (Monate bis Jahre später, selten):

  • Fibrosen (Bindegewebsverhärtungen)

  • Funktionsstörungen von Organen (z. B. Lunge, Herz, Darm)

  • Sekundärtumoren (sehr selten, Jahrzehnte später)
     

✅ Welche Arten der Strahlentherapie gibt es?

  1. Perkutane Strahlentherapie (Teletherapie)

    • Von außen mit Linearbeschleuniger

    • Standard bei den meisten Tumoren

  2. Brachytherapie (innere Strahlentherapie)

    • Strahlenquelle wird direkt in oder an den Tumor gebracht

    • Einsatz z. B. bei Prostata-, Gebärmutterhals- und Speiseröhrenkrebs

  3. Radiochirurgie (z. B. CyberKnife, GammaKnife)

    • Hochpräzise Einmalbestrahlung, besonders für Hirntumoren oder Metastasen

  4. Protonen- und Schwerionentherapie

    • Sehr präzise, schont gesundes Gewebe besser

    • Vor allem bei Kindern, Hirntumoren oder Tumoren in sensiblen Bereichen

  5. Stereotaktische Strahlentherapie (SBRT/SRS)

    • Hochpräzise, wenige Sitzungen

    • Besonders bei Lungenmetastasen, Lebermetastasen, Gehirn
       

✅ Wichtige Kombinationen mit Radiotherapie

1. Radiochemotherapie (Chemo + Strahlen)

  • Prinzip: Chemotherapie macht Tumorzellen empfindlicher für Strahlen („Radiosensibilisierung“).

  • Beispiele:

    • Analkarzinom, Zervixkarzinom: Kombination oft heilend, OP kann vermieden werden.

    • Ösophaguskarzinom (Speiseröhre): Standardbehandlung, teilweise mit OP.

    • Glioblastom: Radiotherapie + Temozolomid (Chemotherapie) = längeres Überleben.

    • Kopf-Hals-Tumoren: Standard mit Cisplatin + Radiotherapie.

  • Remission/Heilungschancen: Je nach Tumorart teils 30–70 % 5-Jahres-Überleben, besser als mit alleiniger Bestrahlung.
     

2. Radiochirurgie + Immuntherapie

  • Prinzip: Strahlen zerstören Tumorzellen → setzen Tumorantigene frei → Immunsystem wird aktiv. Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren (z. B. Nivolumab, Pembrolizumab) oder dendritischer Zelltherapie verstärkt die Wirkung.

  • Beispiele: Hirnmetastasen + Immuntherapie → bessere Kontrolle und längere Überlebensraten.

  • Remissionschancen: Studien zeigen deutlich höhere Ansprechraten (teilweise Verdopplung) im Vergleich zu alleiniger Immuntherapie.
     

3. Radiotherapie + Hormontherapie

  • Prinzip: Hormone fördern bei manchen Tumoren das Wachstum. Kombination mit Strahlen erhöht die lokale Kontrolle.

  • Beispiele:

    • Prostatakrebs: Bestrahlung + Androgendeprivationstherapie (ADT) → bessere Heilungschancen.

    • Brustkrebs: Strahlen nach OP + Antihormontherapie (Tamoxifen, Aromatasehemmer).

  • Remissionschancen: Prostatakrebs lokal fortgeschritten → 10-Jahres-Überleben >70 %.
     

4. Strahlentherapie + zielgerichtete Therapien

  • Prinzip: Molekulare Medikamente wirken gezielt auf Krebszellen, Strahlen ergänzen lokal.

  • Beispiele:

    • Lungenkrebs (NSCLC): Strahlen + EGFR-Inhibitoren oder Anti-PD-L1 (Durvalumab nach Radiochemotherapie).

    • Kopf-Hals-Tumoren: Cetuximab (Antikörper) + Strahlen.

  • Remissionschancen: teils Verdopplung des progressionsfreien Überlebens in Studien.
     

5. Strahlentherapie + Operation (neoadjuvant oder adjuvant)

  • Neoadjuvant (vor OP): Tumor schrumpfen, um besser operieren zu können (z. B. Mastdarmkrebs).

  • Adjuvant (nach OP): Mikroskopische Tumorreste zerstören (z. B. Brustkrebs).

  • Remissionschancen: Mastdarmkrebs: Risiko für Lokalrezidive sinkt um 50 %.
     

✅ Heilungs- und Remissionschancen (allgemein)

Die Chancen hängen stark von der Tumorart, dem Stadium und der Kombination ab. Beispiele:

  • Brustkrebs (nach OP + Bestrahlung + Antihormontherapie): Rückfallrisiko halbiert, 10-Jahres-Überleben >80 %.

  • Prostatakrebs (Radiotherapie + Hormontherapie): 10-Jahres-Überleben bis 70–90 % bei lokal begrenzter Erkrankung.

  • Glioblastom (Strahlen + Temozolomid): Medianüberleben von 12 → 15–18 Monate verlängert, einzelne Langzeitüberlebende >5 Jahre.

  • Lungenkrebs (Radiochemotherapie + Immuntherapie): 3-Jahres-Überleben steigt von ca. 25 % auf 40–50 %.

  • Analkarzinom (Radiochemotherapie): Heilungsraten bis 70 %.

 

🔎 Zusammenfassung

Die Strahlentherapie ist eine hochwirksame, gezielte Behandlungsmethode, die bei vielen Krebsarten eingesetzt wird. Sie kann heilend, unterstützend oder lindernd wirken. Nebenwirkungen betreffen vor allem das behandelte Gewebe und sind meist gut behandelbar.

Unsere Webseiten ersetzen keinen Arztbesuch, bitte besprechen Sie die hier angebotenen Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrer Ärztin oder Arzt!

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